Der Raureif legt sich vor mein Fenster, kandiert die letzten Blätter weiß. Der Wind von Norden jagt Gespenster aus Nebelschwaden übers Eis, die in den Büschen hängen bleiben, an Zweigen, wie Kristall so klar. Ich hauche Blumen auf die Scheiben und denk´ es war ein gutes Jahr.

Sind ein paar Hoffnungen zerronnen? War dies und jenes Lug und Trug? Hab´nichts verloren, nichts gewonnen, so macht mich auch kein Schaden klug. So bleib ich Narr unter den Toren, hab´ein paar Illusionen mehr, hab´nichts gewonnen, nichts verloren. Und meine Taschen bleiben leer.

Nichts bleibt von Bildern die zerrinnen. Nur eines seh´ ich noch vor mir, als läg´ein Schnee auf meinen Sinnen mit tiefen Fußstapfen von dir! Mir bleibt noch im Kamin ein Feuer und ein paar Flaschen junger Wein. Mehr Reichtum wär´mir nicht geheuer und brächte Sorgen obendrein.

Du kommst, den Arm um nicht zu legen, streichst mit den Fingern durch mein Haar: „Denk´dran, ein Holzscheit nachzulegen……. Ich glaub´, es war ein gutes Jahr!“ (c) Reinhard Mey

frostiger_winter_facebook

Klick aufs Bild vergrößert